Lebensdauer verschiedener Lampen
I. Leuchtstofflampen
| I. Leuchtstofflampen | II. Quecksilberdampf-Hochdrucklampen (HQL) | III. Halogen-Metalldampflampen (HQI) |
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| I. Leuchtstofflampen
"Die Brenndauer der Leuchtstoffröhren liegt bei ca. 5000 Std., während dieser Zeit nimmt die Lichtintensität aber ständig ab. [...] Nach bereits sechs Monaten Brenndauer sind nur noch 50 % der ursprünglichen Leuchtkraft vorhanden". So oder so ähnlich hat es wohl jeder schon mal irgendwo gehört oder gelesen oder gepredigt bekommen. Ich habe keine Ahnung, woher die Autoren obiger Äußerung ihre Informationen haben, aber das ist schlichtweg: falsch, falsch, falsch. |
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Betrachten wir zunächst die Angabe der Brenndauer. Ich möchte dafür den Begriff der "mittleren Lebensdauer" verwenden. Das ist die Betriebszeit, nach der im Mittel die Hälfte der Lampen ausgefallen ist:
T8: Lampen mit 26 mm Durchmesser, T5: moderne Lampen mit 16 mm Durchmesser. KVG: konventionelles Vorschaltgerät (Drossel und Starter) EVG: elektronisches Vorschaltgerät. Achtung: an einfachen Kaltstart-EVGs werden die angegebenen Werte nicht erreicht. Genaugenommen beziehen sich die angegebenen Zahlen auf einen 3-Stunden-Schaltzyklus nach DIN EN 60081/IEC81 (2 ¾ Stunden ein- und ¼ Stunde ausgeschaltet). Bei aquaristischer Betriebsweise (ohne Mittagspause) mit einer ununterbrochenen täglichen Beleuchtungsperiode sind um etwa ein Drittel höhere Zeiten erreichbar (siehe Bild 1). |
![]() Bild 1: Einfluß der Schalthäufigkeit |
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Die mittlere Lebensdauer macht Angaben über die Betriebszeit der Lampen bis zum endgültigen Verlöschen. Aber inwieweit nimmt während dieser Zeit die Lichtausbeute der Lampen ab? Dafür habe ich nebenstehende Grafik vorbereitet, und aus dieser mal ein paar typische Werte herausgelesen. Die Grafik beruht auf Angaben von Philips.
Selbst Halophosphat-Leuchtstoffe mit der Lampentechnologie aus den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts bringen nach einem Jahr aquaristischen Betriebs immer noch mehr als 80 % ihres ursprünglichen Lichtstroms! Die Empfehlung der nichtgenannten Autoren beruht meines Erachtens auf Willkür, oder grober Fehlinformation, und ist durch nichts gerechtfertigt! |
![]() Bild 2: Lichtstromverhalten |
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| Wann soll ich meine Lampen tauschen?
In der industriellen Beleuchtungstechnik hat sich der Wert von 80 % als zulässige untere Grenze für den Lichtstrom einer Beleuchtungsanlage als praxisgerecht etabliert. Diese Zahl möchte ich auch meiner Empfehlung zugrundelegen. Eine Lampe soll also dann getauscht werden, wenn ihr Lichtstrom auf 4/5 des ursprünglichen Werts zurückgegangen ist. Dreibandenlampen erreichen diese Schwelle nicht. Diese Lampen kann man bedenkenlos solange betreiben, bis sie endgültig verlöschen.
Noch eine Anmerkung zu den Vollspektrumlampen: da nach 15.000 Betriebsstunden der Lichtstrom bis zum Lebensdauerende nicht mehr nennenswert fällt, kann man diese Lampen guten Gewissens auch bis zu ihrem Lebensdauerende betreiben. Lampen in Sonderfarben (wie Osram Fluora, Sylvania GRO-LUX, Sylvania *-Star, Dennerle Trocal Color Plus, Natura de Luxe, aktinische Lampen, etc.) sollten nach 5.000 bis 8.000 Stunden gewechselt werden, da die Sonderleuchtstoffe recht schnell ihren Wirkungsgrad verlieren. Über diese Zahlen darf nicht vergessen werden, daß durch die Verschmutzung von Lampen, Reflektoren und Abdeckscheiben ein Lichtstromverlust von viel mehr als nur dem durch die Lebensdauer verursachten Fünftel eintreten kann. Eine regelmäßige Reinigung dieser Betriebsmittel ist viel wichtiger als das genaue Einhalten der Lampenwechselintervalle. |